Beruf
Dipl.-Verwaltungswirt-Polizei (FH), Leiter des Polizeipostens Bad Wildbad; Rolf Gernot
Neher besuchte das Hermann-Hesse-Gymnasium in Calw. 1967 begann er mit seiner Ausbildung
als Bereitschaftspolizist in Göppingen, zehn Jahre im Polizei-Einzeldienst in
verschiedenen Funktionen in Stuttgart schlossen sich dem an, bis er 1979 nach Bad Wildbad
kam, um hier die Leiter- Stelle des Polizeipostens zu übernehmen.
Familie
Ehefrau Ilona-Sabine
Lebensmotto
"Jeder ist ersetzbar. Nimm' Dich nicht so wichtig", sagt Rolf Gernot Neher
nachdenklich. Er lebt danach in seinem Beruf, aber auch im Privaten. "Man muss heute
selber etwas tun für den Staat und nicht umgekehrt warten, bis der Staat etwas für Dich
tut. Das sind vergangene Zeiten - die sind längst vorbei und nicht mehr
zeitgemäß", erklärt er.
"Das mache ich gern
"
In seiner Freizeit treibt der Gemeinderat gerne Sport, zweimal in der Woche spielt er
Tennis im Tennisclub Bad Wildbad, außerdem fährt er Ski (Abfahrt und Langlauf). Jagen
ist ein weiteres Hobby
von Rolf Gernot Neher - dies vor allem im Bereich Kälbermühle im Forst Enzklösterle.
Seit 1994 ist er überdies Mitglied in der "Weinbruderschaft der Pfalz".
"Wir verfolgen keine kommerziellen Zwecke, wir wollen das Kulturgut Wein vermarkten -
den Ruf des deutschen Weines fördern", erklärt er. Hierfür treffen sich die
Mitglieder jeden Samstag und Montag in Neustadt an der Weinstraße. "Bei besonderen
Veranstaltungen, wenn z.B. der neue Riesling vorgestellt wird, dürfen auch Frauen dabei
sein - normalerweise aber nur Männer", so Rolf Gernot Neher weiter. Da sein Vater
jahrelang Geschäftsführer der Winzergenossenschaft WZG war, hatte er schon von
Kindesbeinen einen besonderen Bezug zu Weinen. Das Sammeln von Lithographien, von Holz-
und Stahlstichen ist ein weiteres Hobby des Gemeinderats und seiner Ehefrau Ilona-Sabine.
"Andere Leute haben Tapeten an den Wänden - wir pflastern sie mit Stichen",
scherzt Rolf Gernot Neher. Vor allem Stiche der hiesigen Badeorte und von seinem
Geburtsort Calw stehen bei ihm hoch im Kurs.
Gemeinderat
So fing alles an
:
Am 17. Dezember 1996 rückte Rolf Gernot Neher
für Franz-Josef Möller in den Gemeinderat nach,
da dieser aus beruflichen Gründen zurücktrat.
Oktober 1999 wurde er "ganz offiziell" in den Gemeinderat gewählt.
Rolf Gernot Neher ist in diversen Ausschüssen: im Bau- und Umweltausschuss, im
Partnerschaftsausschuss (Cogolin), im gemeinsamen Ausschuss Jugendhaus, im interkommunalen
Beirat Wildseemoor, im Aufsichtsrat des Reise- und Verkehrsbüro Wildbad GmbH. Außerdem
engagiert und interessiert er sich für den Naturschutz. "Ich möchte etwas bewegen
können, an der Gestaltung von Veränderungsprozessen, die für die Bürger auch etwas
bringen, teilhaben können - das war meine Motivation, mich für den Gemeinderat
aufstellen zu lassen", erklärt Rolf Gernot Neher. "Es ist doch ein
Erfolgserlebnis, einen Vorschlag einzubringen, der dann tatsächlich auch durchgeführt
wird", freut sich der Gemeinderat. So war es z.B. bei seiner Forderung nach zwei
Stunden kostenlosem Parken im Parkhaus. Eine Stunde wurde dann zwar daraus, aber immerhin
Und das liebt er ganz besonders: interfraktionelle Entscheidungen.
"Das ist mir wichtig
":
Die politisch größte Enttäuschung in seinem bisherigen kommunalpolitschen Wirken war
der Kauf des Reisebüros Rübenackers vom städtischen Reise- und Verkehrsbüro gegen den
Willen des Gemeinderats. Das Gegenteil von dem ist passiert, was eigentlich hätte
geschehen sollen: Statt das städtische Reisebüro aufzulösen, wurde ein neues
dazugekauft. Rolf Gernot Neher findet es wichtig, dass ein Lebensmittelmarkt nach Bad
Wildbad kommt. "Am besten direkt nach dem Tunnel", überlegt er laut. Für die
Stadtbahn-Benutzer hält er einen kostenlosen "Park and Ride-Parkplatz" für
essenziell. Wenn es dann sogar in unmittelbarer Nähe einen Lebensmittelmarkt gäbe, wäre
das optimal
Meinungen
Sana-Thematik:
Er findet es wichtig, die Sana in Bad Wildbad zu halten
- mit einer Akutversorgung. "Wenn man abends einen Unfall hat, muss es eine Klinik in
Bad Wildbad geben, wo man hin kann", so der Gemeinderat. Dem Standort
König-Karl-Straße stimmt er zu, wenn der Sana-Bau städtebaulich verträglich ist und
wenn die Akutversorgung auch dableibt. "Wenn die Stadtbahn dann bis zum Kurpark
fährt, ist das auch praktisch für Patienten und ihre Besucher", sagt der
Gemeinderat.
Stadtbahn:
Rolf Gernot Neher hält es für sinnvoll, wenn die Stadtbahn bis zum Kurpark
fährt - wie sie allerdigs genau durch die Innenstadt geführt werden soll, könnten die
Bürger, mehr oder weniger, entscheiden. "Wir müssen den Bürgern dankbar sein, dass
sie sich für eine kleinere Systemwechselstelle eingesetzt haben. Ich halte es für
wichtig, den Willen der Bürger zu respektieren", sagt er. Die Stadtbahn sieht er als
klare Chance für Bad Wildbad. "Die Stadtbahn ist die Zukunft für die künftige
Generation. Die Bahn AG hätte die Strecke geschlossen - dann wären nur noch Busse
gefahren. Die Stadtbahn muss auf jeden Fall kommen - unter der Prämisse natürlich, dass
Zuschüsse gegeben werden", so der Gemeinderat.
Leere Betten in Bad Wildbad
:
Er ist sich sicher, dass mit der Stadtbahn auch wieder mehr Tagesgäste nach Bad
Wildbad kommen. Allerdings muss sich Bad Wildbad umstrukturieren - mehr auf den
Beauty-Wellness-Bereich setzen, meint er. "Die klassische Kur ist vorbei. Der
Selbstzahler, der sich eine Kurzkur gönnt, wird die Zukunft sein. Da muss man mehr machen
für den Beauty-Wellness-Bereich für Frauen, aber auch für Männer", sagt der
Gemeinderat. Man könnte in Bad Wildbad die ganze Familie vermarkten, da alles da sei: Trendsportarten wie Mountainbiken oder
Drachenfliegen, aber auch Herkömmliches wie Langlauf und Wandern. Außerdem hat die Stadt
begnadete Voraussetzungen wie das gesunde Reizklima, das herrliche Thermalwasser oder
Top-Ärzte und Therapeuten. Bad Wildbad müsste sich nur mehr öffnen, selber etwas dafür
tun. "Man könnte eine ganzjährige Wellness-Karte, eine Art
"all-inclusive-Karte", anbieten, mit der der Gast alles benutzen kann - die
Bäder, die Bergbahn, die Stadtbahn etc.. Das müsste aber zu einem realistischen Preis
buchbar sein", überlegt der Gemeinderat. Investitionen von privater Seite hält er
allgemein für dringend notwendig. Vom Land, Bund oder Stadt sind keine Mittel mehr da.
"Der Haushalt bereitet mir große Sorgen", schließt Rolf Gernot Neher.
Autor Maren Betz
Mit freundlicher Genehmigung Verlag Wildbader
Anzeigenblatt