R.G.N.

News aus dem Enztal

Bad Wildbad und Umfeld

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. Rolf Gernot Neher

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EX STADTRAT R.G.NEHER
1996 - 2009
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Wieso haben Sie sich wieder zur Wahl aufstellen lassen?

Ich bin im Dezember 1996 für Franz-Josef Möller in den Gemeinderat nachgerückt und mein Lebenslauf wurde bereits im Wildbader Anzeigenblatt wiedergegeben.
Ich habe deshalb wieder kandidiert, da mir die Arbeit im Gremium immer noch Spaß macht und ich verschiedene kommunalpolitische Entscheidungen, was mir besonders gefällt auch interfraktionell, durchsetzen konnte.
Insbesondere ist eine Rückkoppelung und wenn man etwas bewegen konnte für die Kommune und
den Bürger von Bedeutung.. Denn heute muss man etwas für den Staat tun und nicht umgekehrt warten, bis der Staat etwas für einen tut. Das sind vergangene Zeiten - tempi passati!

Was ist Ihnen als Gemeinderat besonders wichtig?


Von größter Bedeutung für mich ist die Verantwortung für die Jugend und auch für ältere Mitmenschen und dies natürlich zusammen mit den Kultur- und Sport treibenden Vereinen.

Was haben Sie sich für diese Legislaturperiode vorgenommen?

In dieser Legislaturperiode habe ich mir vorgenommen, dazu beizutragen, dass der Schuldenstand
der Stadt Bad Wildbad mit seinen beiden Eigenbetrieben reduziert werden kann.
Zur Verdeutlichung möchte ich einmal die realen Zahlen zum 01.01.2005 klar darstellen.
Der voraussichtliche Schuldenstand wird sein:

Kämmereihaushalt ca. 9 Mio. Euro
Stadtwerke Bad Wildbad ca. 9 Mio. Euro
Stadtentwässerung Bad Wildbad ca. 12 Mio. Euro

Das sind nun mal so locker 30 Mio. Euro.

Bekanntlicherweise kommt dann noch der Abmangel im Haushaltsplanentwurf 2006

Verwaltungshaushalt 2.232.200 Euro und
Vermögenshaushalt 2.759.300 Euro hinzu.

Dies ergibt nun ca. 35 Mio. Euro.

Die Wirtschaftspläne der beiden Eigenbetriebe werden auch noch in den nächsten Jahren
weitere Neuverschuldungen bringen, wobei ich hier vorsichtig in Richtung ca. 5 Mio. Euro schätze.
Das ergibt nun ca. 40 Mio. Euro im nächsten Jahr und wenn man dies durch die Einwohnerzahl
teilt, ergeben sich über ca. 3600.- Euro pro Einwohner.

Meinung zu den Plänen der Umgestaltung des Bahnhofareals

Die Umgestaltung des Bahnhofareals ist ohne Zweifel absolut zu befürworten, insbesondere unter
dem Aspekt, dass die Kommune Investitionen in Höhe von 1 Mio. Euro für den Nulltarif bekommt.
Die Bevölkerung Bad Wildbads, insbesondere unsere ältern Bewohner und Gäste, benötigen
dringend einen erreichbaren Lebensmittelmarkt.
Dass nun zwei Marktbetreiber kommen, einVollsortimenter und ein Discounter ist von der angedachten Verkaufsfläche auch nicht unbedingt in meinem Sinne. Aber heute ist dies Standard bei der Gestaltung und Verwirklichung von Verkaufsflächen durch Investoren. Diese kommen im Verbund, um sich gegenseitig  zu ergänzen.

Meinung zur Finanzlage der Stadt Bad Wildbad

Die CDU-Fraktion hat bereits im Dezember 2003 eine mittelfristige Konsolidierung des städtischen Haushalts eingereicht. Die Vorschläge wurden zum größten Teil bis heute nicht umgesetzt. Auch im Dezember 2004 hat die CDU-Fraktion erneut erhebliche Einsparungsvorschläge in einer Millionenhöhe für den Verwaltungs- und Vermögenshaushalt 2006 vorgelegt.
Hier gilt es nun, bei den Haushaltsberatungen im gegenseitigen Konsens eine verträgliche Lösung herbei zu führen. Man kann sich allerdings nicht zu Tode sparen! Wir müssen versuchen, gewisse Highlights zu erhalten und leider bei den freiwilligen Leistungen erheblich reduzieren. Von den Pflichtausgaben kann uns niemand befreien.

Das wollte ich noch anmerken

Seit mehreren Jahren fordere ich zur touristischen Vermarktung der Stadt eine ganzjährige Wellness-Karte und auch All-Inclusive-Angebote. Leider wurden meine Ideen durch die Entscheidungsträger bei der Kurverwaltung und im Reise- und Verkehrsbüro noch nicht umgesetzt.
Bad Wildbad muss touristisch anders angegangen werden. Die Trendsportarten müssen transparenter vermarktet werden. Wir bemühen uns hier im Augenblick z.B. um Nordic-Walking und ich könnte mir vorstellen, dass auch Inline-Skating, wie bereits in anderen Orten, z.B. Gengenbach, umgesetzt, z.B. vom Kaltenbronn nach Sprollenhaus eine Ergänzung im Naturpark Schwarzwald-Nord-Mitte sein könnte.
Zum Abschluss noch meine persönliche Meinung zur künftigen Nutzungsordnung für städtische
Sportanlagen:
Wer an die Vereine geht, geht an das Leben dieser Stadt. Die Vereine sind die Träger der Kultur und Förderer unserer Volksgesundheit. Ich stelle mir hier vor, dass alles beim Alten bleibt, auch wenn gespart werden muss. Allerdings kann es auch keine weitere Förderung mehr geben. Ich sehe in der künftigen Vereinsförderung, dass der jetzige Status, d.h. keine Gebühren für Sportanlagen und keine Gebühren für Sporthallen, erhalten bleibt.

Die Mittel können dann vom Reise- und Verkehrsbüro, das bis heute einen Geschäftsbereich
höchst defizitär in mehrstelliger Höhe betreibt, erbracht werden.
Dort erwarte ich auch neue Strukturen und eine Finanzierung des Rossini-Festival sowie die touristische Vermarktung und Betreuung des Bikeparks sowie der küftigen Nordicwalking-Area
auf dem Sommerberg.
Des Weiteren möchte ich noch anmerken, dass ich für die vollständige Freilegung und Neubebauung der Quartiers Wilhelm-, Bismarck-, Kochstraße, nach Möglichkeit mit Wohnungen, Geschäften und Einfamilienhäuser, bin.

Bad Wildbad- das sind wir! Packen wir es im Jahr 2006 an und erbitten dabei den Segen Gottes.

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Privates
Geburtsdatum, 17. April 1949       Geburtsort, Calw

Beruf
Dipl.-Verwaltungswirt-Polizei (FH), Leiter des Polizeipostens Bad Wildbad; Rolf Gernot Neher besuchte das Hermann-Hesse-Gymnasium in Calw. 1967 begann er mit seiner Ausbildung als Bereitschaftspolizist in Göppingen, zehn Jahre im Polizei-Einzeldienst in verschiedenen Funktionen in Stuttgart schlossen sich dem an, bis er 1979 nach Bad Wildbad kam, um hier die Leiter- Stelle des Polizeipostens zu übernehmen.

Familie
Ehefrau Ilona-Sabine

Lebensmotto
"Jeder ist ersetzbar. Nimm' Dich nicht so wichtig", sagt Rolf Gernot Neher nachdenklich. Er lebt danach in seinem Beruf, aber auch im Privaten. "Man muss heute selber etwas tun für den Staat und nicht umgekehrt warten, bis der Staat etwas für Dich tut. Das sind vergangene Zeiten - die sind längst vorbei und nicht mehr zeitgemäß", erklärt er.

"Das mache ich gern …"
In seiner Freizeit treibt der Gemeinderat gerne Sport, zweimal in der Woche spielt er Tennis im Tennisclub Bad Wildbad, außerdem fährt er Ski (Abfahrt und Langlauf). Jagen ist ein weiteres Hobby
von Rolf Gernot Neher - dies vor allem im Bereich Kälbermühle im Forst Enzklösterle. Seit 1994 ist er überdies Mitglied in der "Weinbruderschaft der Pfalz". "Wir verfolgen keine kommerziellen Zwecke, wir wollen das Kulturgut Wein vermarkten - den Ruf des deutschen Weines fördern", erklärt er. Hierfür treffen sich die Mitglieder jeden Samstag und Montag in Neustadt an der Weinstraße. "Bei besonderen Veranstaltungen, wenn z.B. der neue Riesling vorgestellt wird, dürfen auch Frauen dabei sein - normalerweise aber nur Männer", so Rolf Gernot Neher weiter. Da sein Vater jahrelang Geschäftsführer der Winzergenossenschaft WZG war, hatte er schon von Kindesbeinen einen besonderen Bezug zu Weinen. Das Sammeln von Lithographien, von Holz- und Stahlstichen ist ein weiteres Hobby des Gemeinderats und seiner Ehefrau Ilona-Sabine. "Andere Leute haben Tapeten an den Wänden - wir pflastern sie mit Stichen", scherzt Rolf Gernot Neher. Vor allem Stiche der hiesigen Badeorte und von seinem Geburtsort Calw stehen bei ihm hoch im Kurs.

Gemeinderat

So fing alles an …:
Am 17. Dezember
1996 rückte Rolf Gernot Neher für Franz-Josef Möller in den Gemeinderat nach, da dieser aus beruflichen Gründen zurücktrat.
Oktober 1999 wurde er "ganz offiziell" in den Gemeinderat gewählt.
Rolf Gernot Neher ist in diversen Ausschüssen: im Bau- und Umweltausschuss, im Partnerschaftsausschuss (Cogolin), im gemeinsamen Ausschuss Jugendhaus, im interkommunalen Beirat Wildseemoor, im Aufsichtsrat des Reise- und Verkehrsbüro Wildbad GmbH. Außerdem engagiert und interessiert er sich für den Naturschutz. "Ich möchte etwas bewegen können, an der Gestaltung von Veränderungsprozessen, die für die Bürger auch etwas bringen, teilhaben können - das war meine Motivation, mich für den Gemeinderat aufstellen zu lassen", erklärt Rolf Gernot Neher. "Es ist doch ein Erfolgserlebnis, einen Vorschlag einzubringen, der dann tatsächlich auch durchgeführt wird", freut sich der Gemeinderat. So war es z.B. bei seiner Forderung nach zwei Stunden kostenlosem Parken im Parkhaus. Eine Stunde wurde dann zwar daraus, aber immerhin … Und das liebt er ganz besonders: interfraktionelle Entscheidungen.

"Das ist mir wichtig …":
Die politisch größte Enttäuschung in seinem bisherigen kommunalpolitschen Wirken war der Kauf des Reisebüros Rübenackers vom städtischen Reise- und Verkehrsbüro gegen den Willen des Gemeinderats. Das Gegenteil von dem ist passiert, was eigentlich hätte geschehen sollen: Statt das städtische Reisebüro aufzulösen, wurde ein neues dazugekauft. Rolf Gernot Neher findet es wichtig, dass ein Lebensmittelmarkt nach Bad Wildbad kommt. "Am besten direkt nach dem Tunnel", überlegt er laut. Für die Stadtbahn-Benutzer hält er einen kostenlosen "Park and Ride-Parkplatz" für essenziell. Wenn es dann sogar in unmittelbarer Nähe einen Lebensmittelmarkt gäbe, wäre das optimal …

Meinungen
Sana-Thematik:
Er findet es wichtig, die Sana in Bad Wildbad zu  halten - mit einer Akutversorgung. "Wenn man abends einen Unfall hat, muss es eine Klinik in Bad Wildbad geben, wo man hin kann", so der Gemeinderat. Dem Standort König-Karl-Straße stimmt er zu, wenn der Sana-Bau städtebaulich verträglich ist und wenn die Akutversorgung auch dableibt. "Wenn die Stadtbahn dann bis zum Kurpark fährt, ist das auch praktisch für Patienten und ihre Besucher", sagt der Gemeinderat.

Stadtbahn:
Rolf Gernot Neher hält es für sinnvoll, wenn die Stadtbahn bis zum Kurpark fährt - wie sie allerdigs genau durch die Innenstadt geführt werden soll, könnten die Bürger, mehr oder weniger, entscheiden. "Wir müssen den Bürgern dankbar sein, dass sie sich für eine kleinere Systemwechselstelle eingesetzt haben. Ich halte es für wichtig, den Willen der Bürger zu respektieren", sagt er. Die Stadtbahn sieht er als klare Chance für Bad Wildbad. "Die Stadtbahn ist die Zukunft für die künftige Generation. Die Bahn AG hätte die Strecke geschlossen - dann wären nur noch Busse gefahren. Die Stadtbahn muss auf jeden Fall kommen - unter der Prämisse natürlich, dass Zuschüsse gegeben werden", so der Gemeinderat.

Leere Betten in Bad Wildbad …:
Er ist sich sicher, dass mit der Stadtbahn auch wieder mehr Tagesgäste nach Bad Wildbad kommen. Allerdings muss sich Bad Wildbad umstrukturieren - mehr auf den Beauty-Wellness-Bereich setzen, meint er. "Die klassische Kur ist vorbei. Der Selbstzahler, der sich eine Kurzkur gönnt, wird die Zukunft sein. Da muss man mehr machen für den Beauty-Wellness-Bereich für Frauen, aber auch für Männer", sagt der Gemeinderat. Man könnte in Bad Wildbad die ganze Familie vermarkten, da alles da  sei: Trendsportarten wie Mountainbiken oder Drachenfliegen, aber auch Herkömmliches wie Langlauf und Wandern. Außerdem hat die Stadt begnadete Voraussetzungen wie das gesunde Reizklima, das herrliche Thermalwasser oder Top-Ärzte und Therapeuten. Bad Wildbad müsste sich nur mehr öffnen, selber etwas dafür tun. "Man könnte eine ganzjährige Wellness-Karte, eine Art "all-inclusive-Karte", anbieten, mit der der Gast alles benutzen kann - die Bäder, die Bergbahn, die Stadtbahn etc.. Das müsste aber zu einem realistischen Preis buchbar sein", überlegt der Gemeinderat. Investitionen von privater Seite hält er allgemein für dringend notwendig. Vom Land, Bund oder Stadt sind keine Mittel mehr da. "Der Haushalt bereitet mir große Sorgen", schließt Rolf Gernot Neher.

Autor Maren Betz
Mit freundlicher Genehmigung Verlag Wildbader Anzeigenblatt

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