ENZPUTZETE
Beim Geld wird auch einem König warm ums Herz
Spendengelder für Enzuferbeleuchtung und Wehrüberdachung
Beispielhafte Bürgeraktion von Stadträten und Floriansjüngern
Auch König Wilhelm II. von Württemberg hätte sich über die Aktivitäten der
Stadträtinnen und Stadträte der CDU- und FWV/FPD Fraktion und der Wildbader
Floriansjünger gefreut, die in die Fluten der Großenz gestiegen waren und das Flussbett
säuberten (wir berichteten). Zum Abschluss dieser ersten Aktion ihrer Art im Hotel
Bären kamen der König, seine Gattin und Freifrau von Gemmingen in Begleitung
zweier Adjutanten , bestens repräsentiert von Jochen-Thilo Reinhardt, Andrea Jocher,
Ilona Neher, Dr. Hans Vogel und Bernd Mattke.
Hotelier Muhamed Mokni hatte am Tag der Enzputzete den Feuerwehrmännern eine
Einladung auf seine Hotelterrasse versprochen, die wegen der schlechten Witterung jedoch
ins Hotel verlegt werden musste. Dazu hatten sich auch jene Mitglieder des Gemeinderats
aus den Reihen der CDU und FWV/FPD-Fraktion eingefunden, die zusammen mit der Wildbader
Feuerwehr in der Enz gefischt hatten: Nicht nach Forellen oder gar im
Trüben, sondern mit viel Erfolg nach allerhand Müll und Unrat der dort illegaler
Weise abgelagert worden war.
Rolf Gernot Neher als einer der Mitinitiatoren der Aktion erinnerte bei dem Treffen im
Hotel Bären an deren Vorbereitung und den Ablauf, der bei unter der Flagge
des Wildbader Kurvereins auch eine Sammlung zur Instandsetzung der defekt gewordenen
Enzuferbeleuchtung durchgeführt worden war. Beim Abschluss der Enzputzete
befanden sich rund 700 DM in den Sammeldosen; Stadträtin Hanne Rau (CDU) sowie die
Stadträte Rolf Gernot Neher (CDU) und Dr. Hans Vogel (FWV/FPD) stockten diesen Betrag aus
der eigenen Tasche auf die runde Summe von tausend Mark auf. Doch nicht genug damit: Gegen
Abend an jenem Samstag machten sie sich nochmals mit der Sammeldose auf die Strecke und
waren vom Ergebnis selbst überrascht: Rund 3000 DM waren zusammengekommen und damit ein
Betrag, mit dem Reparatur der Enzuferbeleuchtung in Angriff genommen werden konnte. Um die
Spendengelder möglichst effizient und sparsam einzusetzen, regte Stadtrat Rolf Gernot
Neher an, die Arbeit unter der Leitung und Aufsicht des städtischen Elektrizitätswerks
von Arbeitslosen um Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme durchzuführen: Gesagt,
getan! Auf diese Art und Weise blieben die Kosten unter dem Spendenbetrag; die übrig
gebliebenen Mittel sollen wiederum zur Verschönerung des Stadtbilds eingesetzt werden,
ebenfalls im Zusammenhang mit der Enz. Erst vor kurzem war von der Gewässerdirektion
Freudenstadt das Enzwehr an der Wilhelmstraße umgebaut und erneuert worden. Schlicht und
einfach, eben zweckdienlich und mehr den Regeln der Technik entsprechend als den Augen des
Betrachters, der sich eine ansprechendere und bessere in das Weichbild der Kurstadt
passende äußere Gestaltung vorgestellt hätte. Gerade dort will der Wildbader Kurverein
mit seinem Vorsitzenden Detlev Weingärtner als treuhänderischer Verwalter der
Spendengelder jetzt den Hebel ansetzen: Nach seinen Vorstellungen soll die Wehranlage ein
gefälliges und landschaftsbezogenes Holzdach erhalten, voraussichtlich unter Verwendung
von Schindeln. Und auch für die dazu notwendige handwerkliche Leistung hat sich schon ein
Sponsor gefunden: Zimmermeister Hans Schweizer, ebenfalls Mitglied der CDU-Fraktion im Bad
Wildbader Gemeinderat. Die Materialkosten werden aus den Spenden finanziert. Damit dürfen
diejenigen Bad Wildbader Einwohner und Kurgäste, die einen kleineren oder größeren
Betrag in die Sammeldosen geworfen haben, sicher sein, in doppelter Art und Weise für
einen guten Zweck im Sinne der Verschönerung des Stadtbilds gespendet zu haben: Für die
Instandsetzung der Enzuferbeleuchtung und für die Verschönerung der Wehranlage; dass
sich die im Einsatz befindlichen Mitglieder des Gemeinderats und die Feuerwehrmänner mit
Alfred Etzel und Tido Lüdtke an ihrer Spitze über diesen Erfolg ihrer Arbeit freuten,
versteht sich von selbst. Wie von Rolf Gernot Neher bei der Einladung der Feuerwehrleute
in das Hotel Bären zu erfahren war, honorierte die Bäder- und
Kurbetriebsgesellschaft Staatsbad Wildbad den Einsatz in der Enz mit einem kostenlosen
Besuch des Thermalbeweungsbads und des Palais Thermal. Vorgesehen war auch
eine Einladung zum Besuch der Enzanlagenbeleuchtung, die heuer jedoch wegen der schlechten
Witterung ausfallen musste. Bereits beim Arbeitseinsatz hatten die Getränkehandlung Rath
und die Metzgerei Doormann die Helferinnen und Helfer zu einem kostenlosen Essen
eingeladen.
Motiviert durch den großen Erfolg der Aktion ließ sich Stadtrat Rolf Gernot Neher für
das Treffen im Hotel Bären etwas ganz Besonderes einfallen: Den Besuch des
württembergischen Königs und seiner Gefolgschaft. Die Akteure dafür waren
schnell gefunden. Als König Wilhelm II. von Württemberg der
Super-Europameister und Weltmeister im kaiserlichen Backenbart in kaiserlicher Montur
Jochen-Thilo Reinhardt (Wildbad / Bartclub Höfen), begleitet von seiner Gattin
Charlotte Andrea Jocher (Gattin des neu gewählten Bad Wildbader Bürgermeisters Dr.
Walter Jocher). Dazu in der Gefolgschaft Ilona Neher (Wildbad) als Baronin von
Gemmingen und als Adjutanten in historischen Polizeiuniformen Stadtrat Dr. Hans
Vogel und Bernd Mattke von der Wildbader Feuerwehr; sie erhielten für ihren Auftritt als
Persönlichkeiten der Bad Wildbader Zeitgeschichte den Beifall und die volle
Anerkennung der abendlichen "Bären"-Runde. Nicht ganz so einfach war es
gewesen, die Bekleidung für das königliche Gefolge zu schaffen; unter größeren
Anstrengungen persönlicher wie auch
finanzieller Art war es Margaret Bott und Rolf Gernot Neher gelungen, die um die
Jahrhundertwende getragene höfische Kleidung bei einem Karlsruher Kostümverleih
aufzufinden und sie in Bad Wildbad zu präsentieren. Die Uniformen der Adjutanten kamen
aus dem Bekleidungsfundus der Calwer Polizeidirektion. |